Das Bihorgebirge
Bilder, Karten, Informationen
Es gehört zu den Muntii Apuseni, wie Codru Moma, Gilau, Metaliferii, Mezes, Padurea Craiului, Ses, Trascau, Vladeasa, Zarand.
Schon 1863 schreibt ein österreichischer Geograph (Hinweis: Die Rechtschreibung in diesem Text unterscheidet sich von der heutigen ebenso wie der Sprachstil.):
"Was dem Bihorgebirge den grössten Reiz verleiht, sind die demselben eingelagerten Kalkbildungen, obwohl sie von ferneher nirgends sichtbar, erst dem in das Innere des Gebirges eindringenden Naturfreunde sich darbieten, aber auch um so überraschender wirken. Wenn man aus der Ferne die langgeschwungenen anmuthigen Linien übersieht, welche nur den Charakter eines monotonen krystallinischen Schiefergebirges errathen lassen, so begrüsst man um so freudiger das Erscheinen pittoresker Kalkparthien im Galbina-Thale und an anderen Orten.
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Quert man aber nur das Mittelgebirge von Vaskoh gegen Dezna, so wird man von einer so ausgesprochenen Karstbildung überrascht, wie man nur zwischen Laibach und Triest findet, und ersteigt man gar das Kalkplateau, welches zwischen Munte und Bihor nordöstlich eingelagert ist, so hat man alle Erscheinungen von Schächten und Dolinen (im Bild hier eine größere Doline am westlichen Gebirgsrand),
in Höhlen verschwindenden und aus Höhlen wieder hervorbrechenden Bächen vor sich, wie man eine ähnliche Scenerie nur im Triester Karste wiederfindet, alle ähnlichen Gebilde der Monarchie, im Gömörer Komitat, im mährischen Höhlenbezirke von Blansko u.s.w., an Grossartigkeit und Reichtum der Erscheinungen weit übertreffend."
Porta Bihorului - Das Tor zum Bihorgebirge

Pestere Meziad: Es handelt sich um eine mehrstöckige Austrittshöhle. Hier findet man Knochenreste des vor 15 000 Jahren ausgestorbenen Höhlenbären (ursus speläus).
Weitere Bilder von der Meziader Höhle
(Das dauert ein bißchen)
Das Hochplateau von Padis: Die Grundfläche dieser unterirdisch entwässerten Beckenlandschaft umfaßt über 30 km2. Zahlreiche Poljen mit Speilöchern und Ponoren, Trockentälern, Dolinen, Höhlen und "Cetati" bilden eine eindrucksvolle Karstlandschaft. Die Poljen von Padis und Poiana und Cetatile Ponorului liegen am gleichen Wasserlauf.
Übersichtskarte des Padisplateaus
Cetatile Ponorului: Sie stellen einen aus drei großen, bis zu 200 m tiefen Einsturzdolinen gebildeten Komplex dar. Die beiden unteren Dolinen sind durch eine Riesenhöhle, durch die der breite Bach fließt, miteinander verbunden. Hier treffen zwei unterirdische und ein oberirdischer Wasserlauf zusammen.
Cetatile Radesei: Länge 212 m. Höhe 15 m. Diese Höhle besteht aus einem Durchgangstunnel, in den mehrere senkrechte Schächte führen. Es handelt sich um die Reste einer alten Höhle, welche im unteren Teil längst eingestürzt ist (Einsturzklamm). Die Öffnungen in der Höhlendecke weisen mit den herabgestürzten Gesteinsbrocken auf die Entstehung einer neuen Schlucht hin.
Die Eishöhle von Scarisoara ist die größte vereiste Höhle Rumäniens und beinhaltet Eismassen von 50 000 - 75 000 Kubikmeter (unterschiedliche Angaben in der Literatur) . Für das gemäßigte Klima und die geringe Höhe ist dies eine recht große Eismasse. Das Alter der ältesten Eisschichten wurde mittels Pollenanalyse auf 3700 Jahre datiert. Der Einstieg liegt 1206 m über NN und stellt wohl eine Doline mit steilen, bis fast 50 m hohen Wänden dar, in die der Besucher über Treppen absteigen muß.
Die Höhle besteht aus einer großen Halle, von der aus man in einen kleineren Raum gelangt, den die Einheimischen "Kirche" nennen. Hier gibt es sehr schöne "Stalaktiten" und "Stalagmiten" aus Eis. Der ganze Boden der Höhle ist von Eis bedeckt.
Dieses verschließt die unteren Höhlen fast ganz. Am Südende der großen Halle fand man einen absteigenden Gang, der zu einer zweiten Halle mit Eissäulen und einem Gang zur Höhle Pojarul Politei führt.
Kalte und regnerische Jahre begünstigen das Wachstum des Eises. Warme und trockene Jahre lassen einen Teil desselben schmelzen. Jährlich bildet sich eine neue dünne Eisschicht mit Verunreinigungen aus der Luft. Schmilzt eine ganze Schichtenfolge (mehrerer Jahre) so entsteht eine dickere Schicht von Verunreinigungen. So wurde und wird das Klima vergangener Zeiten im Eis "aufgezeichnet". Der bis zu 20 m dicke Eisblock schmilzt aber auch von unten infolge seines Eigengewichts und durch die Wärme des Kalksteins. Das Wasser kristallisiert in sechseckigen Prismen, die rascher in der Längsrichtung wachsen. Die Richtung der Kristalle wird durch geometrische Selektion senkrecht. Die Einzelkristalle des Höhleneises sind wegen der günstigen Kristallisierungsbedingungen an den Enden der Eisstalagmiten sehr groß. Eine einzige Alveole (eigentlich Hohlraum in einem Eiskristall) kann hier 10 cm übertreffen.
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